Wie funktioniert Uroletics?

Gebrauchsanleitung

Die Uroletics-App

Die Uroletics-App ist ein Digital Therapeutic zur Prävention und Therapie der männlichen Inkontinenz (N39), erektilen Dysfunktion (N48), überaktiven Blase (N32.8) und vorzeitigem Samenerguss (F52) des Mannes. Zur Behandlung und Therapie wird die Uroletics-App außerdem als digitale Prä-/Rehabilitation vor und nach Intervention für das Prostatakarzinom (C61) oder Desobstruktion bei Benigner Prostatahyperplasie (N40) verwendet und ermöglicht hier neben Therapie und Prävention der genannten Indikationen eine Wiedereingliederung in den Alltag durch Symptomkontrolle in Alltagssituationen und Anleitung zu psychischer und physischer Regeneration.

Produktbeschreibung

Die Uroletics-App bietet eine strukturierte Therapie, Prävention und Rehabilitation für männliche Patienten mit Inkontinenz oder Risiko einer Inkontinenz. Die App verfügt über keine Mess- oder Diagnosefunktionen.

Den wissenschaftlichen Leitlinien und ärztlicher und therapeutischer Praxis entsprechend beinhaltet das Programm folgende Kernbereiche:

  • Wissensvermittlung: Die Patienten erhalten in kleinen Artikeln oder Videos Informationen über die Erkrankung Inkontinenz sowie Informationen zu Prostataoperationen und mögliche Komplikationen. Es wird insbesondere auf aktuelle Behandlungsmöglichkeiten eingegangen. Im Postoperativen Modul nach Prostatektomie wird zudem speziell auf das Erkennen möglicher Komplikationen eingegangen.
  • Beckenbodentraining: Mittels 3D Unterstützung erhält der Patient optimales Beckenbodentraining. Der Patient kann über eine Bewertungsfunktion die Geschwindigkeit des Trainings selbst bestimmen.
  • Selbstanalyse: Patienten schätzen ihre Lebensqualität und aktuellen Inkontinenzstatus regelmäßig selbst ein. Hierdurch wird eine Übersicht über den Verlauf der Erkrankung und des Trainings möglich.

Folgende Inhaltsbereiche sind in speziellen Modulen verfügbar:

  • Prostatakarzinomnachsorge: Patienten können ihren eigenen PSA Wert in die App eintragen. Über eine Erinnerungsfunktion erhalten Patienten hinweise, wann die nächste Kontrolle notwendig ist.
  • Psychoonkologische Unterstützung: Hier werden verschiedene Entspannungsübungen und Inhalte rund um Tumorrezidiv und Depression angeboten.
  • Aktivierung zu körperlicher Aktivität: Patienten werden während des Coaches immer wieder auf sportliche Aktivität nach eigenen Vorgaben hingewiesen.

Zeitlich verläuft die Uroletics-Therapie und Prävention abhängig vom jeweils gewählten Training in mehreren Stufen. Alle Coaches haben den gleichen modularen Aufbau bestehend aus Modulen, die jeweils einer Trainingswoche entsprechen, und Trainingstagen.

Ein Trainingstag kann mehrfach am Tag absolviert werden:

Präoperativer Coach (vor einer Prostataentfernung)

  • Modul 1: Einführung in Beckenbodentraining
  • Modul 2: Aufbau des Beckenbodentrainings und Wissensvermittlung zu Inkontinenz
  • Modul 3: Kraftaufbau im Beckenboden mit Übungen speziell für schnelle und langsame Muskelfasern des Beckenbodens; Vorbereitung auf die Operation
  • Modul 4: Unmittelbare OP-Vorbereitung ohne essentielle Sachen zu vergessen, Entspannungstraining

Postoperativer Coach (nach einer Prostataentfernung)

  • Modul 1: Wissen im Krankenhaus, Vorbereitung auf Entlassung
  • Modul 2: Einführung in Beckenbodentraining
  • Modul 3: Aufbau des Beckenbodentrainings und Wissensvermittlung zu Inkontinenz
  • Modul 4: Kraftaufbau im Beckenboden mit Übungen speziell für schnelle und langsame Muskelfasern des Beckenbodens; Vorbereitung auf die Operation
  • Modul 5: Beckenbodentraining wird mit speziellen Übungen weiter ausgebaut und Impotenz mit Spezialübungen verbessert. Wissensinhalte sind auf erektile Dysfunktion abgestimmt
  • Modul 6: Es wird ein neuer Trainingsreiz mit nochmals schwierigeren Beckenbodentraining gesetzt. Zusätzlich wird in den Wissensinhalten auf Depression eingegangen.
  • Ab Modul 6 wird das Training durch Wiederholung der Übungen aus Modul 4-6 beliebig fortgesetzt.

Allgemeiner Coach

  • Modul 1: Einführung in Beckenbodentraining
  • Modul 2: Aufbau des Beckenbodentrainings und Wissensvermittlung zu Inkontinenz
  • Modul 3: Kraftaufbau im Beckenboden mit Übungen speziell für schnelle und langsame Muskelfasern des Beckenbodens; Vorbereitung auf die Operation
  • Modul 4: Beckenbodentraining wird mit speziellen Übungen weiter ausgebaut, wobei einige Übungen auf erektile Dysfunktion abgestimmt sind. Als Wissensinhalte wird speziell auf erektile Dysfunktion eingegangen.
  • Modul 5: Es wird ein neuer Trainingsreiz mit nochmals schwierigeren Beckenbodentraining gesetzt.
  • Ab Modul 5 wird das Training durch Wiederholung der Übungen aus Modul 3-5 beliebig fortgesetzt.

Bei der Entwicklung der Module wurde Wert daraufgelegt, dass Patienten auch längerfristig Zugang zu hochqualitativen Beckenbodentraining haben. Daher ist der Trainingsplan so ausgelegt, dass das Training auch über den Zeitraum von mehr als einem Jahr fortgesetzt werden kann.

Grundkomponenten des Beckenbodentrainings an den Trainingstagen sind wie folgt:

  1. Wahrnehmung
  2. Aktivierung/Training
  3. Entspannung
  4. Selbstkontrolle

Patienten haben die Möglichkeit abhängig vom Trainingserfolg ihr Trainingstempo in der App selbst zu bestimmen.

Indikation / Bestimmungsgemäße Verwendung

Aktuell bietet Uroletics für die folgenden Indikationen und Prozeduren das Training an:

  • Belastungsinkontinenz des Mannes (N39.3)
  • Sonstige näher bezeichnete Inkontinenz des Mannes (N39.4)
  • Überaktive Blase (N32.8)
  • Bösartige Neubildung der Prostata (C61)
  • Benigne Prostatahyperplasie (N40)
  • Erektile Dysfunktion (N48)
  • Vorzeitiger Samenerguss (F52)

Entsprechend der Produktbeschreibung handelt es sich bei Uroletics um einen urologischen Therapiebegleiter mit Fokus auf Beckenbodentraing, welches per digitalem Endgerät zur Verfügung gestellt wird. Diese Therapie entspricht einer neuen Form der Physiotherapie, bei der klassische Bewegungstechniken von Physiotherapeuten mit 3D Animationen und Eigenwahrnehmung des Patienten kombiniert werden. Die bestimmungsgemäße Hauptwirkung der Therapie besteht hauptsächlich darin, den Patienten bei Beckenbodentraining zu unterstützen sowie über spezielle Wissensinhalte den Patienten in seiner Autonomie zu unterstützen. Einen großen Raum nimmt in dieser Therapie die Unterstützung bei Alltagsproblemen ein. Da Patienten mit unserem Therapiebegleiter auch Informationen über das reine Beckenbodentraining hinaus erhalten, werden Sie leichter richtige Anschlusstherapien im Gesundheitssystem finden.

Funktionen der digitalen Gesundheitsanwendung

  • Beckenbodentrainingsprogramm mit Wissenstexten und -videos, Fragebögen und Aufgabenstellungen für den Alltag.
  • Analyse: Hier sieht der Patient die regelmäßig abgefragten Lebensqualität, Veränderung des selbstbewerteten Inkontinenzstatus und seinen allgemeinen Therapie- und Trainingsfortschritt. Daneben ist hier bei Wahl des postoperativen Moduls der PSA-Verlauf abrufbar.
  • Psychoonkologische Unterstützung. Hier können Entspannungsübungen und Wissensinhalte abgerufen werden. Die Inhalte sind teilweise im Bereich Wissen und im Training integriert.
  • Wissen: Im Wissensteil findet der User alle wichtigen Begriffe rund um seine Behandlung erläutert und kann auch direkt individuelle Fragen an seinen Uroletics-Arzt stellen.

Anwendungsbeschreibung

Die Uroletics-App eine Softwareapplikation dar, die der leitlinienbasierten Behandlung von Inkontinenz des Mannes dient. Eine wirksame Inkontinenztherapie basiert auf zielgerichteten Beckenbodentraining. Hierzu wird zunächst über Wahrnehmungssteigerung eine Sensibilisierung für den eigenen Beckenboden inklusive Knochenstrukturen geschaffen. Im Anschluss wird schrittweise an aktive Bewegungen des Beckenbodens herangeführt. Wie bei anderen Trainingsprozessen auch, ist hierzu eine regelmäßige, möglichst tägliche Nutzung der App über einen größeren Zeitraum sinnvoll. Bei bestehender Inkontinenz ist oft ein Zeitraum von über 12 Monaten sinnvoll. Die App stellt darüber hinaus Aufgaben, die im Alltag integriert werden können, um so Therapieziele noch schneller zu erreichen. Das Tempo des Lernerfolgs wird an den Patienten angepasst und es gibt immer die Möglichkeit, die Lektionen zu wiederholen.

Nebenwirkungen / Kontraindikationen / Risikobeurteilung

In keiner bisher veröffentlichten Studie wurden bei Anwendung therapeutischen Beckenbodentrainings eine negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf einer Inkontinenz beobachtet. Unsere Entwicklung hat besonderen Wert auf einen niedrigschwelligen und unkomplizierten Zugang für die Erkrankten und Patienten vor einer Prostatektomie gelegt. Studien haben gezeigt, dass Patienten oft zwar von den Therapien wissen, aber auf Grund von Barrieren keinen Zugang zu hochqualitativen Beckenbodentraining haben.

Warnhinweise

Grundsätzlich ist mit der Benutzung der Applikation an sich kein Risiko verbunden. Bei der Ausführung einiger Übungen sind jedoch folgende Punkte zu beachten:

  • Einige der fortgeschrittenen Übungen (insbesondere in Verbindung mit einem Trainingsball) benötigen Gleichgewicht zur Ausführung. Patienten mit Gleichgewichtsstörungen sollten daher bei der Erklärung jeder Übung entscheiden, ob sie diese Ausführen können.
  • Zur Sicherheit sollten alle Übungen auf einem leicht gepolsterten Untergrund durchgeführt werden sowie harte Gegenstände in der Umgebung vermieden werden.
  • Während des Trainings kommt es zu einer mittleren körperlichen Belastung. Patienten mit deutlich eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit oder motorischen Einschränkungen sollten das Training daher nicht benutzen. Sobald ein Patient sich während des Trainings überlastet, Muskelschmerzen bekommt oder Kurzatmigkeit oder Druck auf der Brust, sollte er das Training beenden und unverzüglicheinen Arzt aufsuchen.
  • Ein Start von Beckenbodentraining mit einliegendem Blasendauerkatheter darf nicht erfolgen.
  • Uroletics führt keine Ursachenabklärung einer Inkontinenz durch. Daher empfehlen wir vor Start mit dem digitalen Therapiebegleiter Uroletics eine Untersuchung durch deinen Urologen durchführen zu lassen. Auch normale Check-ups (z. B. PSA Kontrolle, Ultraschall) insbesondere nach Prostataentfernungen führst du weiterhin bei deinem Urologen durch.

Das Produkt ist speziell für Männer entworfen worden. Frauen können zwar die Applikation ebenfalls benutzen, da die Kontraktion des Beckenbodens anders funktioniert, ist jedoch nicht die gleiche Effektivität wie bei Männern zu erwarten. Wir empfehlen daher die Nutzung nicht.

Klassifizierung und Betriebssystemvoraussetzung

Die Uroletics-App ist eine mobile Applikation im Sinne einer Stand-alone-Software, die keine Messfunktion besitzt und keine therapeutischen Entscheidungen trifft. Für die Nutzung der Uroletics-App ist ein Smartphone mit Android oder iOS-Betriebssystem  erforderlich. Für eine reibungslose Funktion benötigt die App ausreichend Speicherplatz. Für einige Funktionen der App wie Videostreaming ist eine funktionierende Internetverbindung erforderlich.

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